„Frau Kuklinski, was ist ihr Antrieb?“

  /  18.11.2019

Hannah Kuklinski, Gründerin der jungen Marke Hanishken, spricht im Interview über Nachhaltigkeit, Trends, Handstrick und Schuhmacherbesuche…

Hannah Kuklinski

Das junge Düsseldorfer Label Hanishken ergänzt das Sortiment neben Schuhen jetzt um eine Strickkollektion. Gründerin Hannah Kuklinski spricht im Interview über die Entstehung ihrer Marke, den Ausbau des Repertoires, Nachhaltigkeit und Trends.

Sie haben ihr Label Hanishken 2018 gegründet und sind mit so genannten Raffiaschuhen, die Sie auf einer Marokko-Reise entdeckt haben, gestartet. Nun haben Sie eine Strickkollektion gelauncht. Wie kam es dazu?


„Strick ist und war schon immer meine große Leidenschaft. Bereits als Kind habe ich das Stricken von meiner Mutter gelernt und dann in meinem Modedesign-Studium wieder für mich entdeckt. Auch in den darauffolgenden Jobs lag mein Schwerpunkt immer auf Strick. Jetzt geht sozusagen ein Kindheitstraum in Erfüllung.“

Die Kollektion, die auf oversized Schnitte und Dip-dye-Effekte sowie Mélangetöne setzt, wird in einem kleinen Familienbetrieb in Italien produziert. Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit einerseits und Trends andererseits für Sie?


„Nachhaltigkeit spielt eine sehr große Rolle und ich würde es sogar als Antrieb bezeichnen. Etwas Eigenes aufzubauen, bedeutet für mich Verantwortung und sicherzustellen, dass die Produktionsbedingungen fair und umweltfreundlich sind. Die Modeindustrie hat sich stark verändert, ist unheimlich schnell geworden. In diesem Hamsterrad wollte ich nicht mehr mitlaufen. Trends an sich sind mir nicht besonders wichtig, aber trotzdem möchte ich schöne und besondere Mode schaffen, die man gerne anzieht und in der man sich wohlfühlt – allerdings mit einem guten Gewissen und ohne jemanden in der Produktionskette geschädigt zu haben.“

Eine Besonderheit ist eine exklusive Handstricklinie, die in Deutschland gefertigt wird. Was steckt dahinter?

„Von Handstrick war ich schon immer fasziniert, deswegen war es intuitiv der nächste Schritt für mich, eine kleine Kollektion an Handstrickpullovern zu entwickeln, die hier in Deutschland gefertigt wird. Der Inbegriff von Slow Fashion sozusagen. Diese ‚produzieren‘ wir gerade nur auf Anfrage, was auch bedeutet, dass wir keine Ressourcen verschwenden und keinen Überschuss produzieren.“

In der Geburtsstätte der Raffiaschuhe, einer Schuhwerkstatt in Essaouira, wird jeder Schuh per Hand hergestellt. Dabei haben Sie den Anspruch, dass die ArbeiterInnen unter menschenwürdigen Umständen arbeiten, fair entlohnt werden und nur gute, natürliche Materialien verwendet werden. Wie kann dies sichergestellt werden? Sind Sie regelmäßig vor Ort?


„Genau. Ich stehe im regelmäßigen Kontakt mit meinem Schuhmacher und circa einmal im Jahr statte ich ihm auch einen Besuch ab. Dann besprechen wir neue Modelle und auch Verbesserungen. Er selbst fertigt die Schuhe. Bei größeren Bestellungen hat er Hilfe von zwei Freunden, die dann auch fair entlohnt werden.“

Sie verkaufen die Styles Ihrer Marke online sowie stationär in zwei Lanius-Stores in Köln. Soll das Retailnetzwerk künftig ausgebaut werden? Falls ja, welche Shops sprechen Sie mit ihrem Label an? Und sind Sie auch auf (Fach-)Messen präsent?

„Für nächsten Sommer plane ich gerade die Zusammenarbeit mit weiteren kleinen Concept-Stores, aber nach wie vor ist der Onlinehandel das wichtigste Standbein. Bisher habe ich auch noch nicht auf Messen ausgestellt, aber es ist in Überlegung, nächstes Jahr auf eine speziell nachhaltige Messe zu gehen.“

Soll es bei den Schuhen und den Strickstyles bleiben oder soll das Sortiment noch weiter ausgebaut werden?

„Vorerst wird es bei den beiden Produktkategorien bleiben. Gerade im Strickbereich liegt noch viel Potenzial.“

Wer steht neben Ihnen noch hinter der Marke?

„Hanishken ist bis jetzt noch eine One-Woman-Show. In Zukunft plane ich aber, mir für bestimmte Bereiche noch Hilfe zu holen, wie zum Beispiel Marketing; inbesondere Social Media.“

Ihr Label hat als Hobby begonnen und ist dann zum Full time-Job geworden. Was würden Sie jungen Kreativen raten, die ähnliche Pläne haben?

„Just do it!“

Vielen Dank für das Interview!

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