Das Shoe-Brand Yellow Cab erfreut sich hierzulande mit seinen roughen Street-Looks zunehmender Popularität - wie beurteilen Sie den deutschen Markt?
„Der deutsche Markt ist für uns sehr interessant. Ralf Hahnbück, unser Mann vor Ort, ist ein Profi durch und durch. Er hat uns bewiesen, dass Yellow Cab ein großes Potenzial in Deutschland hat, auch wenn man zugeben muss, dass sich der Markt von dem holländischen deutlich unterscheidet. So würden wir uns bei der Order der deutschen Händler schon etwas mehr Mut in Bezug auf neue Marken wünschen.“
Stellt das für Sie ein Problem dar?
„Keineswegs. Die Kunden sind zwar vorsichtig, doch die Orderrunde für die Saison Frühjahr/Sommer 2009 ist für uns sehr positiv gelaufen. Auch haben wir für die Saison Herbst/Winter 2008 viele Nachorders geschrieben. Bei Händlern kamen vor allem unsere Stiefel gut an. Aufgrund der hohen Nachfrage suchen wir jetzt auch dringend zusätzliche Agenten für D.A.CH., die unseren Vertrieb um Ralf Hahnbück unterstützen.“
Wie begegnen Sie den so genannten „vorsichtigen“ Kunden?
„Wir verkaufen ein gutes Produkt, mit entsprechend hoher Qualität und haben vor allen Dingen Zeit. Kunden können Yellow Cab in aller Ruhe ausprobieren und sich an kleinen Ordermengen versuchen - wir finden es allemal besser, Händler in einem kleinen Rahmen an die Ware heranzuführen, als auf große Geschäfte zu drängen, die hinterher nicht den gewünschten Erfolg bringen: Die Produktauswahl muss genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sein.“
Wie ist es möglich, dass Sie sich im Gegensatz zu so manch anderen Firmen Zeit nehmen?
„Wir sind ein übersichtliches Unternehmen und ein kleines Team. Das bringt sehr viele Vorteile mit sich: Neben dem Faktor Zeit gehört auch Flexibilität zu unserer Stärke. So haben wir zum Beispiel bezüglich der Lieferzeiten die Möglichkeit, zügig und situationsabhängig zu reagieren - meist sind unsere Produkte zu Beginn einer Saison auch die ersten im Laden. Händler genießen bei uns eine individuelle Behandlung.“
Ist das Teil Ihrer Unternehmensphilosophie?
„Selbstverständlich. Der Service ist bei uns sehr wichtig, ebenso wie unsere unkomplizierte, positive Art. Wenn eine Schwierigkeit auftaucht, sehen wir sie beispielsweise erst als problematisch an, wenn sie nicht richtig geklärt werden kann. Man kann nur erfolgreich sein, wenn man Spaß hat und die Dinge mit einer guten und zielorientierten Einstellung angeht.“
Im Hinblick auf die kommende Messerunde: Wo werden sich Händler von Ihren Produkten denn überzeugen lassen können?
„Nach wie vor sind wir auf der GDS vertreten, die für uns einen sehr hohen Stellenwert hat, zudem nehmen wir erstmals an der Kölner Jam teil, unser Stand wird im Bereich ‚Halle North A09’ zu finden sein.“
Kommt Ihnen auch hier die Nähe zum Bereich Textil gelegen?
„Ich denke, dass wir in jedem Fall auf die Messe gehören. Die Jam ist eine Veranstaltung für das Segment Denim und Young Fashion - unsere roughe Kollektion passt einfach in das Markenumfeld, das dort vorgestellt wird, und ergänzt die textilen Looks. Für uns ist es von großer Bedeutung, dass wir uns dem Handel präsentieren und ihn informieren - vor allem während der anhaltenden kritischen Wirtschaftslage wollen wir Kunden aufzeigen, wie sie den größtmöglichen Nutzen aus der Marke ziehen können.“
Inwiefern spielt in Zeiten der Finanzkrise der Produktpreis eine Rolle?
„Sicherlich ist der Preis eine wichtige Größe und das ist angesichts der Weltwirtschaftskrise auch verständlich. Dennoch darf man nicht nur den Preis in den Fokus stellen. Wichtiger ist, dass der Artikel stimmt. Wenn das Produkt gefällt, wird es auch gekauft.“
Werden die Preise bei Yellow Cab aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage steigen?
„Nein. In Bezug auf Produktionen aus Fernost muss man bei der Preisfindung zwar immer den momentanen US-Dollar-Kurs berücksichtigen, aber wir planen keinesfalls eine Erhöhung - auch wenn wir derzeit unsere Produktion zunehmend auf europäischen Boden verlagern.“
Asien wird der Rücken gekehrt?
„Da die Kosten in Fernost immer höher werden, lassen wir derzeit bereits mehr als 70% unserer Schuhe in Portugal anfertigen. Künftig sollen 80 bis 90% der Waren dort hergestellt werden. Einen großen Vorteil sehen wir dabei unter anderem im verkürzten Prozessablauf: Binnen drei bis vier Wochen können wir beliefert werden.“
Wie wichtig ist Ihnen die Positionierung Ihrer Produkte - wo sehen Sie Yellow Cab?
„Eine gute Positionierung ist die beste Werbung, demnach legen wir auf die richtigen Verkaufsstandorte sehr viel Wert. Wir sind dabei nicht nur zwingend auf klassische Schuhläden aus. Auch trendige Shops, die in erster Linie Bekleidung führen, sind für uns interessant.“
Was versprechen Sie sich von Trend-Shops?
„Ich denke, dass wir dort einfach gut reinpassen. Yellow Cab ist ein Streetfashion-Shoe-Brand und fühlt sich in der Umgebung von innovativen Kollektionen wohl - auch wenn es sich um Textil handelt. Zudem gibt es in den Shops immer etwas Neues für Konsumenten zu entdecken, so dass sie schon mal öfter im Laden vorbeischauen - in unseren Augen ist das natürlich nicht ganz uninteressant.“
Wenn wir von realen Läden einmal absehen - wie denken Sie über einen eigenen Webshop?
„E-Commerce überlassen wir lieber darauf spezialisierten Unternehmen. Unsere Website, die Anfang des kommenden Jahres übrigens einen neuen Look erhalten wird, soll ausschließlich der Information dienen. Neben Produkten können Konsumenten auch häufig gestellte Fragen und Antworten einsehen.“
Welchen Stellenwert haben aktuelle Tendenzen in der Modewelt?
„Trends sind zwar wichtig, wir richten uns jedoch nicht ‚blind’ nach ihnen. Wir sind keine Marke, die jeder Mode nachläuft. Wir machen unser eigenes Ding und darauf sind wir stolz.“
Was macht Yellow Cab als Marke denn aus?
„Yellow Cab ist mutig und nicht konform. Das Brand hat einen äußerst individuellen Style und bedient entgegen der vorherrschenden Meinung auch Frauen und nicht nur Männer mit seiner Footwear, bei der wir weniger auf viele unterschiedliche Modelle als auf Farbe setzen. Neben Schuhen führen wir dabei auch Taschen im Programm, für die wir vorrausichtlich in ein bis zwei Jahren eine Lizenz vergeben wollen. Wir finden es sehr wichtig, sich nicht nur auf das Kerngeschäft zu konzentrieren - Taschen & Co. tragen schließlich zur Attraktivität des Labels bei. Eine Marke darf nie langweilig werden!“
Welche Einstellung steckt hinter dem Konzept von Yellow Cab?
„Wir nehmen uns selbst nicht allzu ernst, haben Spaß bei der Arbeit und glauben vor allem an das Produkt und an das, was wir machen!“
Kontakt Deutschland/Österreich/Schweiz:
Ralf Hahnbück
Tel.: 0049-(0)171 549 0 550
