„Die ‚Plaza’ wird Mannheim bereichern!“

  /  18.03.2008

Der Name Engelhorn und die Stadt Mannheim sind zwei, die zusammen gehören. Bereits 1890 wurde das Familienunternehmen in der Rhein-Neckar-Metropole gegründet und prägt seither das Gesicht der Mannheimer Innenstadt maßgeblich mit. Für first-blue.de Grund genug, um im Gespräch mit Richard Engelhorn, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Engelhorn-Unternehmensgruppe, mehr über jüngste Entwicklungen und künftige Vorhaben zu erfahren.

Fast genau ein Jahr ist es nun her, dass sich Engelhorn nicht nur mit neu gestaltetem Haupthaus präsentiert, sondern auch sein 2.000 qm großes, separates, aber an das Hauptgebäude angegliedertes Accessoire-Haus „Acc/es“ ins Rennen geschickt hat. Damit wollte man vor allem dem Wunsch der Kunden nach Komplett-Outfits nachkommen. Welche Resonanz können Sie hier zwölf Monate nach der gestalterischen Neupositionierung für Engelhorn Mode im Quadrat verzeichnen – ist das Konzept aufgegangen?

„Wir sind mit der Entwicklung von ‚Acc/es’ sehr zufrieden. Das erste Jahr hat uns gezeigt, dass die Entscheidung, unser Sortiment um zusätzliche Designer-Marken inklusive Schuhen, Accessoires und Taschen zu erweitern, richtig gewesen ist. Unsere Stammkunden nutzen das Angebot, aber wir konnten auch Neukunden gewinnen, die bislang in andere Städte fahren mussten, um beispielsweise hochgenrige Schuhe zu kaufen.“


Welche Pläne stehen 2008 für die einzelnen Häuser – Haupt-, Sport-, Accessoire-, Dessous- und Strumpfhaus sowie Trendhouse – an?

„Bei uns gibt es natürlich immer wieder kleinere Maßnahmen im Laufe des Jahres, um auf neueste Entwicklungen zu reagieren. Im Sporthaus laufen beispielsweise gerade einige Optimierungsmaßnahmen. Im Trendhouse haben wir im vergangenen Jahr im Zuge der Eröffnung des neuen Boss Orange Stores, der an das Haus anschließt, das Konzept überarbeitet.“


Neben Ludwig Beck und Breuninger hat auch Engelhorn vor einiger Zeit schon einmal ein auf dem so genannten „ispovision infield“-Projekt beruhendes Studio-Konzept bei sich getestet. Dabei hatten verschiedene junge Designern die Möglichkeit, sich über einen begrenzten Zeitraum im Trendhouse zu präsentieren. Wie sieht es zukünftig mit solchen Projekten aus, beispielsweise mit einem permanenten Designer-Markt?

„Im Trendhouse bieten wir verschiedene Designermarken im zweiten Obergeschoss an. An ein Studiokonzept wie beim ‚ispovision infield’-Projekt ist aber derzeit nicht gedacht.“


Gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Diringer & Scheidel und den Architekten Blocher Blocher Partners hat Engelhorn Großes in der Mannheimer Innenstadt vor. Eine Erlebnis-Immobilie, die den Arbeitstitel „Plaza“ trägt und von Handel bis Gastronomie, Hotel, Büros und Wohnungen die verschiedensten Bereiche umfassen wird, soll in der City entstehen. Im Januar haben die Gemeinderäte über das Vorhaben abgestimmt. Wie ist die Entscheidung ausgefallen?

„Wir haben uns sehr gefreut, dass der Mannheimer Stadtrat unseren Pläne zur ‚Plaza’, die in den Quadraten Q6 und Q7 entstehen wird, positiv gegenüber steht. Die Entscheidung, das städtische Grundstück Q6 an unsere Projektentwicklungsgesellschaft zu verkaufen, ist einstimmig gefallen.“


In welchem Zeitfenster will man das neue Großprojekt, das sich über die Quadrate Q6 und Q7 auf der Mannheimer Einkaufsmeile Fressgasse erstrecken wird, realisieren?

„Wir sind gerade in der Phase der detaillierten Konzeptentwicklung. Die Eröffnung dieses außerordentlichen Projektes ist bereits für 2011 vorgesehen. Um diesen Termin einzuhalten, müssen die Bauarbeiten 2009 beginnen. Ich bin sicher, dass die ‚Plaza’ mit ihrer Mischung aus Shopping, Gastronomie, Gesundheit, Wellness, Hotel und Wohnungen die Stadt Mannheim bereichert.“


Das „Plaza“-Projekt soll nicht autark aufgestellt werden, sondern ist als Teil des Gesamt-Konzepts Mannheims gedacht. Wie kann das im Detail funktionieren?

„Das Projekt orientiert sich an aktuellen Untersuchungen für Innenstädte, die eine Anreicherung von Nutzungen empfehlen, die der Stadt ihre ursprüngliche Vielfalt wiedergeben und so zu ihrem Flair beitragen. Durch das Mischungsverhältnis der unterschiedlichen Angebote wird das Quartier fast rund um die Uhr Teil einer lebendigen Stadt. Zudem wird der Einzelhandel so konzipiert, dass er nicht autark ist, sondern deshalb funktioniert, weil er in das Gesamt-Konzept Mannheims eingebunden ist. Die Blockstruktur Mannheims erhält durch das architektonische Konzept von Blocher Blocher Partners ein in sich schlüssiges Puzzelteil, das sich in das historische Stadtgefüge Mannheims einbringt, ohne dabei den eigenständigen Charakter zu verleugnen. Das Öffnen hin zur Fressgasse verstärkt die Vernetzung der innenstädtischen Wegebeziehung. Der Stadtraum und der halböffentliche Bereich finden eine Beziehung zueinander. Grenzen gehen fließend ineinander über, das innerstädtische Leben setzt sich vielschichtig im Inneren der Baukörper fort.“


Natürlich wird auch Engelhorn in der Erlebnis-Immobile mit einem speziellen Konzept vertreten sein – und zwar über zwei komplette Geschosse. Wie und womit genau wird sich Engelhorn hier präsentieren?

„Wir werden auf jeden Fall mit einem Konzept antreten, das zur Befruchtung des Centers beiträgt. Denkbar ist Outdoor, spruchreif ist aber noch nichts.“

 

 

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