"Der Handel muss erkennen, dass wir eine Lifestyle-Marke sind."

  /  27.06.2005

Ricardo Meyer packt's an: Der neue Mann bei Ben Sherman schneidet alte Zöpfe ab, strukturiert den Verkauf komplett um und stellt zielsicher die Weichen für die Zukunft der britischen Marke.

Seit rund vier Monaten sind Sie International Sales & Marketing Director von Ben Sherman. Was konnten Sie bislang für Ihre Marke bewegen?

Die Übernahme des Deutschlandgeschäftes und die Gründung der Zweigniederlassung Düsseldorf der Ben Sherman Group Ltd. stand für mich im Vordergrund. Pünktlich zum 1. April sind wir mit der neuen Organisation gestartet. Der Außendienst wurde auf fünf feste Mitarbeiter ausgebaut. Zusätzlich wurde ein Customer Services Team, mit Sitz in der Zentrale in Düsseldorf, installiert. Die bestehenden Büroräume wurden umgebaut und ein neuer Showroom entsprechend der aktuellen Brand Identity eingerichtet. Da wir ab der Saison Herbst/Winter vom Düsseldorfer Lager aus ganz Europa beliefern und auch Basic Stock halten werden, wurde das Lager um- und ausgebaut, um den Anforderungen gerecht zu werden. Die Anzahl der Showrooms in Deutschland wurde auf fünf aufgestockt.

Der zweite wichtige Punkt für mich war nach eingehender Prüfung der Ausbau der International Sales Organisation in London. Hier haben wir neue Mitarbeiter in den Bereichen Design, Marketing und Customer Services eingestellt, um den Anforderungen der international wachsenden Märkte wie Schweden, Dänemark, Frankreich und Italien gerecht zu werden. Als weiteren Schritt haben wir sehr starke Vertriebspartner in Middle-East, Spanien und Griechenland für uns gewinnen können. In Bezug auf die Kollektion werden wir ab sofort vier Kollektionen im Jahr vorstellen und zwölf Liefertermine anbieten. Dieses System hat sich in den USA für uns bewährt und wird uns weltweit den angestrebten Erfolg bringen.


Was muss noch umgesetzt werden, bzw. wo setzen Sie Prioritäten?

Wir müssen jetzt in Deutschland unsere Strategie umsetzen und den Kundenstamm ausbauen. Wie in den USA, wo wir schon seit vier jahren extrem erfolgreich agieren, werden wir uns auch gegenüber den deutschen Händlern als britische Lifestyle-Marke darstellen. Leider sind wir bis dato in Deutschland nur als Hemdenhersteller bekannt, obwohl wir neben Hemden auch Strick, Jacken, Hosen, Denim, Accessoires und Schuhe im Sortiment haben. Im letzten Jahr verkauften wir beispielsweise weltweit ca. 600.000 Jeans und alleine in UK 1 Mio. Paar Schuhe! Weitere Prioritäten sind die Einrichtung von Shop-In-Shops. Aber auch sonst wird immer sehr viel zu tun geben und darauf freue ich mich.


Ben Sherman hat in Deutschland noch Wachstumspotential, gemessen an anderen Ländern. Wo sehen sie die Marke in drei Jahren?

Wenn alles nach Plan läuft, werden wir die Begehrlichkeit für die Marke so aufgebaut haben, dass wir für den Handelspartner nicht mehr austauschbar sind. Dann werden wir unter dem Strich eine schwarze Null als Ergebnis erreichen.


Sie waren zuvor u.a. bei Marken wie Puma, Falke, Homeboy und Elefanten tätig. Was ist beim britischen Unternehmen Ben Sherman anders?

Es gibt selbstverständlich sehr viele Mentalitätsunterschiede, was sich auch auf das Geschäftsleben auswirkt, und das ist gut so. Um nur zwei zu nennen: der Brite ist ähnlich wie der Amerikaner sehr Zahlen orientiert und wenn diese stimmen, schneller in der Findung von wichtigen Entscheidungen. Das ist etwas, was ich in Deutschland extrem vermisse. Ein weiterer nicht unwesentlicher Unterschied liegt in der Sprache, es gibt kein Sie und Du, sondern nur ein "you". Die Anrede mit dem Vornamen ermöglicht einen etwas vetrauteren Umgang miteinander, was sich durchaus positiv auf das Geschäftsklima auswirkt.


Messefrage: Was erwartet die Einkäufer auf dem Ben Sherman Stand? Warum lohnt sich ein Besuch?

Messen sind Plattformen um sich darzustellen und das muss optimal ausgenutzt werden. Wir unterstreichen unseren Auftritt als Lifestyle Marke mit der Darstellung unseres Total Looks. Der Stand ist entsprechend den Saisonthema neu konzipiert worden und den Besuchern erwartet eine Begegnung mit einem musikalischen Thema, dass die meisten sogar selber erlebt haben dürfen. Mehr wird nicht verraten.

 

 

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