„Onitsuka Tiger freut sich auf seinen 60. Geburtstag!“

  /  26.06.2008

Bei dem Markennamen Onitsuka Tiger schlägt ohnehin schon so manches Sneakerfreakherz höher. Für zusätzliches Pulsrasen dürfte das 60-jährige Bestehen des japanischen Labels mit den charakteristischen Tigerstripes im kommenden Jahr sorgen, denn ein solches Jubiläum wird natürlich mit allerlei Specials bedacht. Gordon Nowak, Senior Marekting Manager bei Onitsuka Tiger, hat 1st-blue schon jetzt einen kleinen Einblick gewährt.

Im nächsten Jahr wird Onitsuka Tiger 60. Sicherlich ein Jubiläum, das angemessen gefeiert wird. Was ist für diesen stolzen Geburtstag geplant?

„Der 60. Geburtstag gehört zu den wichtigsten Ereignissen im Leben eines Japaners. Das hängt mit der Ansicht zusammen, dass – basierend auf den 12 Tierkreiszeichen, Zodiac genannt, und den 5 Elementen – mit dem Sechzigsten der erste Lebenszyklus endet und der zweite beginnt. Diese Begebenheit wird unter dem Begriff ‚Kanreki’ gefeiert und ist stark mit der Farbe Rot verbunden, die die Rückkehr zum Kleinkind symbolisieren soll. Aus diesem Grund thematisieren auch wir anlässlich des bevorstehenden Onitsuka Tiger-Geburtstages die Farbe Rot im Rahmen eines Specials, der Kanreki-Collection. In einem Jubiläumspaket zusammengeschnürt, wird es drei verschiedene Schuhmodelle und eine Made in Japan-Jacke geben. Des Weiteren sind die bereits erwähnten Tierkreiszeichen, also die Zodiacs, aus dem ursprünglich chinesischen, aber auch von den Japanern verwendeten Kalender ein wichtiger Bestandteil der Kollektion. Alle zwölf Tierkreiszeichen, die jeweils verschiedenen Geburtsjahren zugeordnet sind, werden auf Schuhen und Textilien wieder zu finden sein, wobei im ersten Halbjahr 2009 zunächst sechs dieser Tiere im Fokus stehen, im zweiten Halbjahr dann die andere Hälfte. Die Tierzeichen werden übrigens jeweils in Verbindung mit einem der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser dargestellt. Beide Kollektionen – Kanreki und Zodiac – werden zeitlich versetzt auf den Markt kommen. Darüber hinaus wird zum 60-jährigen Firmenjubiläum 2009 ein hochwertiges Buch mit der Historie von Onitsuka Tiger erscheinen. Allerdings haben wir uns bis dato noch nicht entschieden, ob wir das Buch nur an Händler, Journalisten u.a.m. geben oder es auch über den Buchfachhandel vertreiben werden.“


In der Vergangenheit gab es unter anderem Kooperationen mit MINI, Tokidoki und Edwin Jeans. Wie geht’s in diesem Bereich weiter?

„Die Zusammenarbeit mit MINI wird im nächsten Jahr fortgesetzt und anlässlich des 50. Geburtstags von MINI noch intensiviert. Wir planen, insgesamt acht Schuhe zu launchen. Davon werden einige limitiert sein und nur über MINI vertrieben. Auch mit Tokidoki machen wir weiterhin gemeinsame Sache. Im kommenden Jahr präsentieren wir eine zweite Kollektion, die nur für die Onitsuka Tiger-Stores gedacht ist. Die Kooperation mit Edwin geht ebenfalls weiter. Auch hier steht eine zweite Kollektion an, die – wie die erste – ausschließlich in den Onitsuka Tiger-Stores zu haben sein wird!“


Stichwort „Designmai Youngsters (DMY) 2008“ in Berlin: Das internationale Designfestival gilt als Plattform für unkonventionelle Ausstellungen und charakterisiert sich durch seine Offenheit gegenüber neuen Darstellungsformen und Ideen. Onitsuka Tiger hat in diesem Jahr zum ersten Mal mitgemischt...

„Wir haben in der Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit und das ideale Umfeld gesehen, um unsere künstlerische Kooperation mit dem Koi Klub einmal in einem völlig neuen Kontext zu präsentieren und darüber hinaus dieses unterstützenswerte Festival zu fördern. Der Koi Klub basiert auf einer Idee von Yoske Nishiumi, kreative Menschen unterschiedlichster Ausrichtung zusammenzubringen und ihnen eine Plattform zur Darstellung ihrer Talente und Aktivitäten zu bieten. In Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Designern sind auf diese Weise viele koibezogene Kunstwerke entstanden. Die besondere Partnerschaft zu Onitsuka Tiger kommt dabei in dem so genannten ‚morphing-koi-to-sneaker-Image’ zum Ausdruck und findet ihren Höhepunkt in der von Nishiumi designten Koi Klub Sneakerkollektion, bestehend aus drei Schuhen, die sich allesamt auf den Koi, der im von Bambus umgebenen Wasser schwimmt, beziehen. In Zusammenarbeit mit Yoske ist nun übrigens bereits die dritte Koi-Sneakerkollektion in Planung.“


Wer genau ist Yoske Nishiumi und wie sieht seine Tätigkeit für Onitsuka Tiger konkret aus?

„Yoske Nishiumi ist ein Sneakerfan, der als Freelancer für Onitsuka Tiger in verschiedenen Bereichen arbeitet. Er ist ein außerordentlich kreativer Kopf, und meiner Meinung nach zählt die Zusammenarbeit mit ihm auf Europaebene zu unseren wichtigsten Kooperationen. Mal abgesehen von seinem Involvement für den Koi Klub und seiner mittlerweile dritten Koi-Sneakerkollektion, kümmert er sich um das Visual Merchandising unserer Onitsuka Tiger Stores und um POS-Materialien. Darüber hinaus steht er beratend bei sämtlichen Onitsuka Tiger Kollektionen zur Seite und spielt eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung der Asics Sportstyle Kollektion, wenn es um Kooperationen mit so wichtigen Stores wie Solebox in Berlin oder Patta in Amsterdam geht.“


Welche Bedeutung haben Sneakerheads für die Marke?

„Ich glaube, dass es als Sneakerbrand unerlässlich ist, sich mit Sneakerheads auszutauschen und auf ihre Wünsche einzugehen. Die Historie unserer Marke bietet vor allen Dingen mit den Runningschuhen der 80er Jahre die richtigen Modelle, um diese Szene glücklich zu machen. Aber: Man muss das Thema mit dem nötigen Engagement und Enthusiasmus vorantreiben, was wir zugegebenermaßen in den ersten Jahren nicht gemacht haben. Inzwischen hat es die Qualität, die notwenig ist, um in dieser Szene respektiert zu werden. Wichtig war die Entscheidung, dieses Thema nicht unter kommerziellen Gesichtspunkten anzugehen, sondern mit viel Liebe zum Detail wirklich limitierte Schuhe, die in Zusammenarbeit mit den Händlern entwickelt werden, anzubieten. Spezielle Events in Verbindung mit dem Verkaufsstart sollen den exklusiven Charakter unterstreichen und unsere Verbundenheit mit diesen Sneakerfans untermauern.“


Der bislang einzige Onitsuka Tiger Store in Deutschland findet sich in Berlin und ist seit Juni 2006 geöffnet. Welches Resümee lässt sich nach zwei Jahren ziehen? Und: Sind weitere Stores für den deutschen Markt in Planung?

„Nach einem aus viel zähligen Gründen nicht einfachen ersten Jahr hat sich der Berliner Store super entwickelt. Die Alte Schönhauser Straße, auf der der Onitsuka Tiger Laden zu finden ist, hat sich unglaublich positiv entwickelt, wozu wir vielleicht einen kleinen Beitrag leisten konnten. Viele Brands sind nachgezogen, die Straße ist attraktiver geworden, wodurch sich wiederum die Frequenz erhöht hat. Trotzdem sprechen wir hier immer noch von einer 1c-Lage, doch dieser Fakt relativiert sich, da im Grunde rund 95% der Menschen, die sich dort aufhalten, potenzielle Kunden für Onitsuka Tiger sind, so dass wir eine relativ hohe Verkaufsquote haben. Ein Großteil der Leute, die in den Store kommen, kaufen auch! In unmittelbarer Zukunft ist geplant, einen zweiten Store in München zu eröffnen, allerdings haben wir dort noch nicht die passende Location gefunden. Wir haben uns deshalb für München entschieden, weil wir dort eindeutig unterpräsentiert sind. Es besteht keinerlei Interesse daran, in Konkurrenz zum Einzelhandel zu treten, aber wir wollen natürlich, dass ein möglichst breites Spektrum der Onitsuka Tiger Kollektion im Markt zu sehen ist.“


Wie ist der Status quo in Sachen Stores, global betrachtet?

„Derzeit gibt es 29 Stores Onitsuka Tiger weltweit, sechs weitere sind noch in diesem Jahr in Planung, vornehmlich im asiatischen Raum.“


Von den eigenen Stores zu Handelspartnern: Bei wie vielen Händlern präsentiert sich Onitsuka Tiger derzeit auf dem hiesigen Markt – und wie?

„In Deutschland ist Onitsuka Tiger bei etwa 180 Händlern vertreten. Um den Bedürfnissen des Marktes gerecht zu werden, sind wir in sehr unterschiedlichen Stores zu finden. Wichtigste Kriterien für die Zusammenarbeit sind das Markenumfeld, das Kundenprofil und die Bereitschaft, Onitsuka Tiger aussagekräftig zu präsentieren. In diesem Jahr haben wir damit angefangen, Softshops bei ausgewählten Partnern zu installieren. Dabei arbeiten wir nicht mit vorgefertigten Warenpräsentern oder Ähnlichem, sondern entwickeln zusammen mit dem Händler eine für beide Seiten tragfähige Lösung. Paradebeispiele hierfür sind zur Zeit die Läden Kingpin in Dortmund sowie Freudenhaus in Mannheim.“


Wie soll’s diesbezüglich weitergehen?

„In diesem Jahr wollen wir noch bei sechs weiteren Handelspartner Softshops installieren. Die Anzahl der Doors wollen wir nicht auf Teufel komm raus erhöhen sondern, vielmehr mit den bestehenden Partnern qualitativ und natürlich auch quantitativ wachsen. Wir werden sicherlich etwas kritischer als in der Vergangenheit die oben genannten Kriterien bei der Abwägung einer Zusammenarbeit im Auge behalten. Bei all unseren Entscheidungen haben wir nicht nur unsere eigenen Interessen und die Positionierung von Onitsuka Tiger im Markt im Kopf, sondern auch die Interessen unserer bestehenden Handelspartner.“


Wie läuft die Bekleidungslinie?

„Die Textilkollektion gestaltet sich leider schwierig. Die Basic Line hat sich ganz gut entwickelt, ist aber zugegebenermaßen kein Statement für die Marke Onitsuka Tiger, vor allen Dingen deshalb nicht, weil sie unsere japanischen Wurzeln nicht transportiert. Wir setzen auf unseren neuen Designer Shuhei Numata, der seit Januar 2008 global für uns tätig ist. Onitsuka Tiger ist aus der Historie begründet ein Sportswearbrand mit einer größeren Affinität zu Sneakern. Es wird also eine große Herausforderung für Shuhei Numata sein, dieser Marke ein wenig mehr Fashion einzuhauchen.“


Abschließend: Wie wichtig sind Messepräsenzen?

„Um die ganze Vielfalt der Marke zu präsentieren und die Welt von Onitsuka Tiger zu kommunizieren – sehr wichtig! Die Bread & Butter Barcelona ist auf internationale Ebene eine wichtige Imageveranstaltung, die Bright in Frankfurt dient vor allem zur Kontaktpflege mit unseren deutschen Handelspartnern. Das eigentliche Business läuft dann über Hausbesuche und unsere Showrooms. Onitsuka Tiger entwickelt sich derzeit sehr gut, weswegen die Zusammenarbeit mit bestehenden Händlern momentan im Fokus steht. In den nächsten Jahren müssen wir einfach sehen, wo wir unterpräsentiert sind, um dementsprechend dann den Markt aktiv zu bearbeiten.“

 

 

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